Die Magie des Lago Atitlan

Vor 35 Jahren

war ich schon einmal hier: ich sitze auf einem Steg und schaue auf die Vulkane des Atitlansees. Dieser Blick ist magisch und hat sich kein bisschen verändert. Und das Gefühl auch nicht: Ruhe, Zufriedenheit. Ein Fischer kommt an den Steg. Er zeigt mir seine Ausrüstung: alles wie vor 35 Jahren. Die Zeit steht still.

IMG_0326IMG_0346

Ganz anders in den anliegenden Orten. Ich streife durch die Strassen von Panajachel auf der Suche nach Altbekanntem. Aber da ist nichts. Wo einst eine kleine Strasse mit drei oder vier Cafés und Pensionen war, ist jetzt ein Gewimmel von Souvenirläden, Cafés. Restaurants und Hotels.

IMG_0437IMG_0449

Gut nur, dass die Wassertaxen mich auch schnell wieder weg bringen, weg von diesem bunten Rummelplatz. Es gibt noch genug Ruhepole im See. Mein Hotel ist eine dieser Oasen. Das Haus liegt direkt am See.

IMG_0260IMG_0313

Alte indigene Bautechniken mit Lehm und Stroh lassen die Wände atmen, behalten die Wärme wenn es draussen kalt ist und kühlen wenn die Sonne scheint. Und Solarzellen auf dem Dach sorgen für nachhaltige Energie im ganzen Haus.

Mit viel Liebe zum Detail, antiken Möbeln und kostbarem Kunsthandwerk ist das Hotel ausgestattet. Jedes Detail erzählt von einem Besitzer der offensichtlich für sein Projekt brennt.

IMG_0316IMG_0485IMG_0488

Nicht nur die Zimmer sind schön: in den Aufenthaltsräumen läßt sich prima entspannen und arbeiten.

IMG_0481IMG_0486

Und überall der Blick auf See und Vulkane!

IMG_0326

Das Hotel liegt inmitten eines Ökoparkes. Für die ausgiebigen Spaziergänge braucht es allerdings etwas Kondition, denn es geht steil bergauf. Dafür belohnt aber die spektaküläre Aussicht.

IMG_0331

Sanfter geht es auf einem Pfad am Ufer entlang nach Santa Cruz. Hier treffe ich Frauen, die für eine NGO arbeiten. An den guten alten deutschen  Singernähmaschienen!

IMG_0371 IMG_0372IMG_0387 IMG_0382IMG_0386

Marta erzählt: “ich nähe Schals aus Stoffresten. Die werden in den USA verkauft. Ich werde pro Stück bezahlt. Wenn ich schnell bin, verdiene ich 4 Quetzales die Stunde. Wenn ich 10 Stunden arbeite bekomme ich 40 Quetzales (4 Euro).”

Es tut weh zu sehen mit wie wenig die Menschen immer noch auskommen müssen. Auch daran hat sich in 35 Jahren wenig geändert. Nur die friedliche Stimmung ist neu. Vor 35 Jahren tobte hier ein Bürgerkrieg, dem vor allem die Indigenen zum Opfer fielen: sie wurden verschleppt, getötet und misshandelt. Heute ist es ihrer Kultur und ihrem Kunsthandwerk zu verdanken dass immer mehr Touristen das Land besuchen.

Am Abend sitze ich am See und lasse die Magie des Ortes auf mich wirken. Er hat etwas versöhnliches und ausserordentlich energiegeladenes. Ich komme bestimmt zurück.

IMG_0396

Published by Gitti Müller

Gitti Müller ist Buchautorin und Filmemacherin aus Köln. Für ihre Reportagen erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Sie selbst bezeichnet sich als Globetrotterin und Storytellerin aus Leidenschaft. http://de.wikipedia.org/wiki/Gitti_Müller www.gitti-mueller.de

Leave a comment

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: